Zwei Arten der Verschlüsselung
Die Quantenfrage wird klarer, wenn man zwei Aufgaben der Verschlüsselung getrennt betrachtet.
Symmetrische Verschlüsselung verwendet einen einzigen geheimen Schlüssel zum Sperren und Entsperren von Daten. AES-256 ist symmetrische Verschlüsselung und eignet sich für ein Foto, ein Dokument oder einen Tresor auf Ihrem Gerät.
Verschlüsselung mit öffentlichem Schlüssel hilft zwei Parteien dabei, eine sichere Internetverbindung aufzubauen. Sie schützt das Surfen im Internet, Messaging und Onlinedienste, indem sie sich auf Mathematik stützt, die für gewöhnliche Computer schwer zu lösen ist.
Quantencomputer könnten die zweite Aufgabe weit stärker verändern als die erste. Deshalb ist die Aussage „Quanten werden die Verschlüsselung knacken“ zu pauschal.
Was Quantencomputer verändern könnten
Ein Quantencomputer ist nicht einfach ein schnellerer Laptop. Er könnte einige mathematische Probleme auf grundlegend andere Weise lösen. Das könnte gängige Public-Key-Systeme untergraben, sobald eine große, fehlerkorrigierte Maschine verfügbar ist.
Diese Maschine gibt es heute noch nicht. Der Zeitpunkt ist ungewiss, aber Unternehmen und Standardisierungsgremien bereiten sich schon jetzt mit Post-Quanten-Kryptografie vor: Verfahren, die sowohl gewöhnlichen als auch Quantencomputern standhalten sollen.
Warum AES-256-verschlüsselte Dateien sicher bleiben
AES-256 gehört zur besser aufgestellten Gruppe. Die bekannteste allgemeine Quantenabkürzung würde seine effektive Stärke von 256 auf etwa 128 Bit senken. Ein 128-Bit-Schlüssel ist in der Praxis immer noch viel zu groß, um ihn per Brute-Force zu knacken.
Ein korrekt umgesetztes AES-256-System bleibt eine ausgezeichnete Wahl für gespeicherte Dateien. Eine schwache Passphrase, Schadsoftware oder ein entsperrtes Telefon können Dateien trotzdem offenlegen, ohne dass AES dabei geknackt wird.
Beispiel: Ein mit AES-256 verschlüsseltes Foto auf Ihrem Telefon ist nicht das gleiche Risiko wie eine alte Internetverbindung, die ein Angreifer aufgezeichnet hat. Das eine nutzt einen lokalen geheimen Schlüssel, beim anderen kamen möglicherweise Public-Key-Verfahren zum Einsatz, während die Daten übertragen wurden.
„Jetzt ernten, später entschlüsseln“
Ein Angreifer könnte schon heute verschlüsselten Datenverkehr aufzeichnen und ihn jahrelang aufbewahren. Wird die für diese Verbindung genutzte Public-Key-Verschlüsselung eines Tages knackbar, ließe sich die gespeicherte Aufzeichnung lesen.
Das ist vor allem bei langlebigen Behörden-, Gesundheits-, Rechts- oder Geschäftsunterlagen relevant. Dienste können das Risiko mit Post-Quanten-Verfahren senken. Verwenden Sie für persönliche Dateien eine starke lokale Verschlüsselung und schützen Sie den Schlüssel.
Was sich online ändert
Post-Quanten-Standards gibt es bereits, und Browser, Betriebssysteme, Messaging-Dienste und Websites übernehmen sie nach und nach. Der Übergang wird einige Zeit dauern.
Für die meisten Menschen geschieht das über Software- und Dienst-Updates. Updates zu installieren ist eine einfache Möglichkeit, davon zu profitieren.
Was das für Sealby-Dateien bedeutet
Sealby verschlüsselt Ihre Dateien mit AES-256 auf Ihrem iPhone. Tresordateien hängen nicht von einem Austausch öffentlicher Schlüssel mit einem Sealby-Server ab, daher betrifft „Jetzt ernten, später entschlüsseln“ ihre lokale Verschlüsselung nicht.
Verwenden Sie eine starke PIN oder Passphrase, schützen Sie Ihr Gerät und installieren Sie Updates. AES-256 gibt Ihren Dateien einen großen Sicherheitsabstand, während sich die Quantentechnologie weiterentwickelt.