Methode 1: das eingebaute Album „Ausgeblendet“
Foto auswählen, das Dreipunkt-Menü antippen, „Ausblenden“ wählen. Das Foto verschwindet aus den Hauptansichten und wandert in das Album „Ausgeblendet“, das im Tab „Alben“ ganz unten liegt. Seit iOS 16 verlangt dieses Album standardmäßig Face ID, und unter Einstellungen › Fotos lässt sich die Album-Zeile ganz ausblenden.
Wovor das schützt: jemand scrollt durch die Aufnahmen, während man gemeinsam Urlaubsfotos anschaut. Wovor es nicht schützt: vor allen, die iPhones kennen. Das Album „Ausgeblendet“ ist der erste Ort, an dem nachgesehen wird – gerade weil es jeder benutzt. Und weil die Fotos in der Mediathek bleiben, synchronisieren sie weiter mit iCloud-Fotos und mit allen Geräten, die mit demselben Account angemeldet sind.
Methode 2: gesperrte Notizen
Die Notizen-App kann einzelne Notizen mit dem Gerätecode oder einem eigenen Passwort sperren, und eine gesperrte Notiz kann Fotos enthalten. Der Inhalt gesperrter Notizen ist verschlüsselt – das ist ein echter Schritt über das Album „Ausgeblendet“ hinaus.
Die Probleme sind Arbeitsfluss und Überreste. Ein Foto in eine Notiz zu bekommen heißt, dass es zuerst in der Mediathek existierte – und dort bleibt, bis man es löscht und „Zuletzt gelöscht“ leert. Notizen ist für Text mit Anhängen gebaut, nicht zum Durchstöbern einer Fotosammlung – kein Raster, keine Alben, keine echte Videowiedergabe. Für eine Handvoll Dokumente funktioniert es; für eine Fotobibliothek ist es eine Qual.
Methode 3: gewöhnliche Tresor-Apps
Der App Store ist voll von Foto-Safe-Apps, viele als Taschenrechner getarnt. Die ehrlichen verschlüsseln die Dateien; viele verschieben sie bloß hinter einen PIN-Bildschirm in den App-Speicher und nennen das einen Tresor. Von außen sehen beide identisch aus – genau das ist das Problem, und das Marketing macht den Unterschied nie kenntlich.
Zwei Fragen trennen die ernsthaften von den dekorativen: Sind die Inhalte im Ruhezustand verschlüsselt, mit Schlüsseln, die aus dem eigenen Geheimnis abgeleitet werden – und was sieht der Anbieter? Eine App, die Werbung zeigt, ein Konto verlangt oder „Ihre Fotos wiederherstellen kann, falls Sie die PIN vergessen“, hat beide Fragen beantwortet – nur nicht zu Ihren Gunsten.
Methode 4: abstreitbare verschlüsselte Tresore
Ein abstreitbarer Tresor verschlüsselt die Dateien und verweigert zusätzlich jede Auskunft darüber, wie viele Tresore existieren. Verschiedene PINs öffnen verschiedene Tresore; eine falsch wirkende PIN zeigt schlicht nichts. Verlangt jemand, die App zu öffnen, kann man nachkommen – mit der PIN eines Tresors, der nichts Heikles enthält – und die Existenz des sensiblen Tresors lässt sich aus den Daten nicht beweisen.
Das ist die einzige Methode der Liste, die für den härtesten Fall gebaut ist: nicht der neugierige Freund, sondern die Person, die darauf bestehen kann. So ist Sealby entworfen, und dasselbe Prinzip gibt es auf dem Desktop in Tools wie VeraCrypts versteckten Volumes. Welches Werkzeug man auch wählt: prüfen, ob die Abstreitbarkeit strukturell ist (einheitlicher Speicher, nirgends eine Tresor-Anzahl) und nicht bloß ein Marketingwort.
Der Schritt, den jede Methode braucht: die Originale
Was immer man wählt: Das versteckte Foto ist eine Kopie oder ein Umzug – die Geschichte des Originals zählt. In den Tresor importieren, dann aus der Mediathek löschen, dann „Zuletzt gelöscht“ leeren. Wurde das Foto je synchronisiert, an die anderen Endpunkte denken: iCloud-Fotos, ein geteiltes iPad, der Mac eines Familienmitglieds mit geöffneter Fotos-App.
Am saubersten ist es, sensibles Material direkt in der Tresor-App aufzunehmen, damit nichts je die Mediathek berührt. Genau dafür unterstützt Sealby die Aufnahme in der App.