Was die Untersuchung fand
Anfang September 2026 veröffentlichten zwei bekannte Technikkanäle, Gamers Nexus und Level1Techs, eine lange Untersuchung zu LG-Smart-TVs. Gemeinsam mit unabhängigen Forschern zeichneten sie den Netzwerkverkehr auf, der handelsübliche LG-Geräte verlässt, und analysierten die Software des Fernsehers.
Sie berichteten, dass die Fernseher andere Geräte in Ihrem heimischen Wi-Fi erkennen – Telefone, Laptops, Drucker, Smart-Home-Geräte – und häufig Schnappschüsse dessen machen, was auf dem Bildschirm läuft, um herauszufinden, was Sie ansehen. Diese Informationen würden, so sagten sie, an LGs Werbegeschäft LG Ad Solutions weitergegeben.
Die Audio-Behauptung und LGs Antwort
Die Schlagzeile, die sich am schnellsten verbreitete, war, dass die Fernseher im Standby Mikrofonton aufzeichnen – also während sie ausgeschaltet aussehen – und ihn später hochladen. Das ist die schwerwiegendste Behauptung und zugleich die umstrittene.
LG sagt, das stimme nicht. Nach Angaben des Unternehmens verarbeitet der Fernseher Sprache nur, wenn Sie die Sprachtaste auf der Fernbedienung gedrückt halten oder wenn Sie die freihändige Sprachsteuerung bewusst aktiviert haben und ein Aktivierungswort wie „Hi LG“ sagen. LG sagt, die Prüfung des Aktivierungsworts geschehe auf dem Fernseher selbst, und wenn es kein Aktivierungswort gibt, werde der Ton gelöscht und nie irgendwohin gesendet.
Wir können diesen Streit hier nicht unabhängig klären, also werden wir Ihnen nicht sagen, Ihr Fernseher höre definitiv mit. Klarer und kaum umstritten ist der Werbe-Tracking-Teil weiter unten – und das ist der Teil, gegen den Sie heute etwas tun können.
Was ACR ist – der Teil, der am meisten zählt
Die meisten modernen Smart-TVs, nicht nur die von LG, enthalten eine Funktion namens automatische Inhaltserkennung (Automatic Content Recognition, ACR). Bei LG heißt sie „Live Plus“. Sie funktioniert, indem sie regelmäßig abtastet, was auf Ihrem Bildschirm läuft – ganz gleich, aus welcher Quelle, auch von einer Spielkonsole oder einem Kabelreceiver –, und es mit einer Datenbank abgleicht, um genau zu bestimmen, was Sie ansehen. Dieser Sehverlauf wird dann für gezielte Werbung genutzt und kann an andere Unternehmen weitergegeben werden.
Das ist kein versteckter Hack. Es ist eine dokumentierte Funktion, die meist beim ersten Einrichten des Fernsehers aktiviert wird, wenn Sie sich durch die Vereinbarungen klicken. Die gute Nachricht: Sie lässt sich genauso leicht abschalten.
So schalten Sie das Tracking ab (kostenlos)
Die Menünamen unterscheiden sich je nach Modell und Baujahr, aber auf den meisten aktuellen LG-Fernsehern gehen die Schritte schnell.
Live Plus abschalten: Einstellungen → Allgemein (oder System) → Live Plus → aus. Das stoppt das Bildschirminhalts-Tracking (ACR).
Werbe-Tracking beschränken: Einstellungen → Allgemein → Werbung, und aktivieren Sie „Meine personenbezogenen Daten nicht verkaufen“ oder „Werbe-Tracking beschränken“.
Die Vereinbarungen prüfen: öffnen Sie Einstellungen → Nutzervereinbarungen und entfernen Sie die Häkchen bei Wiedergabeinformationen, Interessenbasierter Werbung und Sprachinformationen, wo immer diese Optionen auftauchen.
Schalten Sie Sprachfunktionen ab, die Sie nicht nutzen, damit das Mikrofon nicht aktiv ist, und halten Sie den Fernseher aktuell, damit Sicherheitsupdates installiert werden.
Samsung, Roku und andere haben sehr ähnliche Einstellungen unter anderen Namen – die Idee ist dieselbe.
Für etwas mehr Kontrolle: den Fernseher vom Netzwerk trennen
Wenn Sie weiter gehen wollen, setzen Sie den Fernseher in ein separates Gast- oder „IoT“-Netzwerk in Ihrem Router. Der Fernseher streamt weiterhin problemlos, kann aber die anderen Geräte in Ihrem Zuhause nicht mehr sehen – Ihre Telefone, Laptops und Smart-Home-Geräte. Die meisten modernen Router lassen Sie ein Gastnetzwerk mit wenigen Tippern einschalten.
LGs Tracking-Server am Router blockieren (fortgeschritten)
Ein Detail lohnt sich zu wissen: Wer LG-Fernseher mit Netzwerkwerkzeugen testete, stellte fest, dass das Abschalten der Datenschutzeinstellungen im Fernseher nicht alle Daten stoppte, die der Fernseher nach Hause sendet. Ein Teil des Tracking-Verkehrs floss trotzdem weiter. Zuverlässig stoppen konnten sie ihn nur, indem sie die Tracking-Adressen des Fernsehers im Netzwerk blockierten, sodass die Anfragen das Haus nie verlassen. Das hängt eng damit zusammen, was Ihr Internetanbieter sehen kann – es geht darum, zu steuern, welche Server Ihre Geräte erreichen dürfen.
Das ist ein technischerer Schritt, aber ein gut erprobter Weg. Er funktioniert mit einem netzwerkweiten Werbeblocker – am beliebtesten ist ein kostenloses Tool namens Pi-hole, das auf einem günstigen Mini-Computer oder in einem kleinen Container läuft und Anfragen für Ihr ganzes Zuhause filtert. Manche Router und Dienste, etwa AdGuard Home oder NextDNS, erledigen dieselbe Aufgabe.
Statt Adressen selbst zu erraten, verweisen Sie es auf eine Community-Sperrliste, die Freiwillige für LG-Fernseher aktuell halten. Diese listen die bekannten Werbe- und Tracking-Domains des Herstellers auf und blockieren sie leise, während die normalen Apps des Fernsehers – Netflix, YouTube, Live-TV – weiterlaufen. Wenn Sie sich das Einrichten zutrauen, ist es die gründlichste Option; klingt es nach mehr, als Sie sich vornehmen wollen, schalten die kostenlosen Einstellungen im Fernseher oben immer noch das hauptsächliche, sichtbare Tracking ab.
Dies ist allgemeine Bildung, keine Sicherheitsberatung. TV-Funktionen, Menünamen und Einstellungen ändern sich mit der Zeit und unterscheiden sich je nach Modell und Region – prüfen Sie aktuelle, seriöse Quellen und die Einstellungen auf Ihrem eigenen Gerät.